Ansys unterstützt die nächste Generation von Ingenieur*innen
Studenten erhalten kostenlosen Zugang zu erstklassiger Simulationssoftware.
Gestalten Sie Ihre Zukunft
Stellen Sie eine Verbindung mit Ansys her, um zu erfahren, wie Simulation Ihren nächsten Durchbruch vorantreiben kann.
Studenten erhalten kostenlosen Zugang zu erstklassiger Simulationssoftware.
Stellen Sie eine Verbindung mit Ansys her, um zu erfahren, wie Simulation Ihren nächsten Durchbruch vorantreiben kann.
Ein akustisches Fahrzeugwarnsystem (AVAS) ist ein Fahrzeugmodul, das bestimmte Warntöne erzeugt, diese über Lautsprecher an der Fahrzeugkarosserie wiedergibt und anderen Verkehrsteilnehmer*innen Informationen über Position, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung des Fahrzeugs liefert. Als Reaktion auf die Forderungen von Sicherheitsexperten und Interessenvertretern für Sehbehinderte hat die Automobilindustrie diese Technologie für Elektrofahrzeuge (EVs) und Hybridfahrzeuge entwickelt, da diese bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht zu hören sind.
Im Allgemeinen kommen die Geräusche bei Kraftfahrzeugen aus drei Quellen:
Fußgänger*innen, die am Straßenrand entlanggehen oder die Straße überqueren, sowie Radfahrer*innen oder Kinder in der Nähe von Straßen nutzen solche Fahrzeuggeräusche als akustisches Warnsignal dafür, dass sich ein Fahrzeug nähert. Dies ist besonders wichtig für Menschen mit Sehbehinderung oder für Personen, die beim Gehen durch andere Tätigkeiten abgelenkt sind, beispielsweise durch den Blick auf ihr Handy oder durch Gespräche mit anderen. Seitdem es auch Elektroautos auf unseren Straßen gibt, ist deren geringe Geräuschentwicklung bei niedrigen Geschwindigkeiten zu einem Problem für die Sicherheit von Fußgänger*innen geworden. Eine Studie der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus dem Jahr 2009 ergab, dass Hybrid-Elektrofahrzeuge, die ihren Elektromotor nutzen, doppelt so häufig in Unfälle mit Fußgänger*innen und 1,7-mal häufiger in Unfälle mit Fahrrädern verwickelt waren als konventionelle Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten um die 20 km/h sind Straßen- und Fahrgeräusche so laut, dass sie deutlich zu hören sind, weshalb keine zusätzlichen Geräusche erzeugt werden müssen.
Automobilhersteller bauen aus drei Gründen AVAS-Module in ihre Elektro- und Hybridfahrzeuge ein:
Ein akustisches Fahrzeugwarnsystem enthält in der Regel die folgenden Module:
Die ersten Vorschriften zum Geräuschpegel bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zielten darauf ab, die Lärmbelastung zu verringern und das Bewusstsein der Fahrer zu schärfen. Mittlerweile haben die zuständigen Behörden Vorschriften erlassen, um sicherzustellen, dass Elektrofahrzeuge und ähnliche Fahrzeuge Geräusche erzeugen, um die Sicherheit zu verbessern. Die daraus resultierenden Regelungen zu Fußgängerwarnsystemen dienen zwei Zwecken:
Auch wenn jedes Land oder jede Region eigene Sicherheitsstandards für AVAS hat, legen fast alle für bestimmte Fahrzeuggeschwindigkeiten Folgendes fest:
Im Folgenden finden Sie einige der am häufigsten angewandten Vorschriften und Richtlinien, die für akustische Fahrzeugwarnsysteme gelten.
Dieser internationale Standard wird von den meisten Nationen akzeptiert, darunter Japan, die Europäische Union, Australien und Großbritannien. Die UN-Regelung R138 enthält Informationen für Ingenieur*innen zu Lautstärke und Frequenz sowie zu Prüfverfahren. Zu den wesentlichen Anforderungen an die unter diese Regelung fallenden AVAS-Systeme gehören:
Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die in den USA betrieben werden und ein zulässiges Gesamtgewicht (GVWR) von 10.000 Pfund oder weniger aufweisen, müssen dem FMVSS Nr. 141, "Mindestanforderungen an den Geräuschpegel von Hybrid- und Elektrofahrzeugen" entsprechen.
Zu den wesentlichen Anforderungen an die unter diese Regelung fallenden AVAS-Module gehören:
Die chinesische Norm entspricht größtenteils der UN r138. Aufgrund des hohen Umgebungslärms in chinesischen Städten schreibt sie jedoch eine Lautstärke vor, die 2 dB über dem UN-Standard liegt. Außerdem können Fahrer das AVAS-Modul über einen Pausenschalter ausschalten.
Diese eng verwandten Branchenstandards sind gesetzlich nicht bindend. Darin werden anerkannte Verfahren zur Messung des von akustischen Fahrzeugwarnsystemen erzeugten Geräusches festgelegt. Die Standards enthalten Richtlinien für die Oberflächen von Teststrecken, die Korrektur von Hintergrundgeräuschen und die Platzierung von Mikrofonen.
Das Designen von AVAS-Tönen vereint technische Aspekte, Ästhetik, Innovation, Effizienz und Anforderungen an die Sicherheit in einem einzigen kreativen Prozess, um ein Produkt zu schaffen, das all diese häufig widersprüchlichen Ziele erfüllt. Aus diesem Grund greifen Automobilhersteller gern auf das Fachwissen von Sounddesignern zurück, wenn es um das Design ihrer AVAS-Töne geht.
Jedes Team geht bei diesem Prozess anders vor, doch alle beginnen mit den Branding-Zielen, den Vorschriften und den zusätzlichen Anforderungen an die Sicherheit und probieren dann unterschiedliche Töne aus. Sie können Sound-Samples, digitale Effekte, Musikinstrumente oder Alltagsgegenstände einsetzen, um einzigartige akustische Kombinationen zu erproben, die die Sicherheit im Verkehr verbessern, die bestimmungsrechtlichen Anforderungen erfüllen und das Markenimage des Unternehmens stärken.
Da Lautstärke und Frequenzanforderungen vorgeschrieben sein können, ist die Stärkung des Markenimages durch den Ton ein iterativer Prozess. Zunächst beginnt man mit der Entwicklung markenspezifischer Symbolik als Grundlage für die Arbeit der Tontechniker*innen. Das kann ein natürliches und organisches Geräusch wie Wind und Wasser sein. Oder es soll ein kraftvoller, filmischer Eindruck entstehen. Manche Marken bevorzugen sogar, dass ihre Elektrofahrzeuge das charakteristische Brummen ihrer bisherigen Verbrennerfahrzeuge übernehmen.
AVAS Beispiel 1: beruhigend und harmonisch
AVAS Beispiel 2: weich und surrend
AVAS Beispiel 3: sportlich und futuristisch
Sobald das Team diese Markenvision festgelegt hat, besteht der nächste Schritt darin, zu untersuchen, wie die vom AVAS erzeugten Geräusche mit den Betriebsgeräuschen des Fahrzeugs interagieren. Die Geräusche können sich gegenseitig ergänzen oder sich übertönen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Tontechniker berücksichtigen müssen, ist die Frage, ob die Klangkombinationen harmonisch oder dissonant sind. Sie müssen auch berücksichtigen, wie Menschen Geräusche wahrnehmen. Ein berühmtes Beispiel für eine unerwartete Reaktion von Fußgänger*innen ereignete sich, als Jaguar für sein AVAS-System einen von Raumfahrzeugen inspirierten Ton nutzte, der die Menschen dazu veranlasste, zum Himmel aufzublicken.
Um diesen komplexen Zusammenhängen Rechnung zu tragen, nutzen Sounddesigner Simulationssoftware wie die Nachbearbeitungssoftware Ansys Sound, um unterschiedliche Ideen für das Sounddesign zu erproben, zu testen, zu optimieren und zu validieren. Sie können mit einer Reihe von Grundtönen beginnen und dann Eigenschaften wie Klangfarbe, Tonhöhe und Lautstärke variieren, um neue Klangkompositionen zu gestalten. Anschließend können sie untersuchen, wie sich diese Töne in Abhängigkeit von Fahrparametern wie Motordrehzahl, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Drehmoment verändern. Die Software ermöglicht es, Parameter einfach zu ändern und die Töne anschließend in Echtzeit im Labor, in einem Fahrsimulator oder über die AVAS-Hardware des Fahrzeugs zu hören. Durch den Einsatz eines Simulationstools wie Ansys Sound können Ingenieur*innen schneller iterieren und müssen nicht auf Änderungen an physischen Prototypen warten, was Wochen dauern kann.
Screenshots aus Ansys Sound, die die Soundabstimmung (links) und die Überprüfung der Konformität mit dem AVAS zeigen.
Selbst wenn sich akustische Fahrzeugwarnsysteme in Elektro- und Hybridfahrzeugen als wichtige Sicherheitsfunktion etablieren, wird die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen Herausforderungen mit sich bringen. Am wichtigsten ist dabei die Gefahr einer neuen Art von Lärmbelastung. Da immer mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen der Städte unterwegs sind, könnte das Geräusch all ihrer AVAS-Lautsprecher zur Lärmbelastung beitragen. Wenn zudem verschiedene Marken gleichzeitig sehr unterschiedliche Geräusche erzeugen, könnte diese Kombination Fußgänger verwirren. In bestimmten Fällen könnten die Geräusche von zwei oder mehr Fahrzeugen miteinander kollidieren, sodass sie eher wie eine Schulband für Anfänger*innen als wie ein erfahrenes Symphonieorchester klingen.
Zu den Verbesserungen, an denen die Designteams derzeit arbeiten, gehören unter anderem:
Gleichzeitig eröffnet die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und die Entwicklung neuer technologischer Megatrends neue Chancen. Autonome Fahrzeuge benötigen zusätzliche Warntöne, da kein Fahrer vorhanden ist, der hupen oder potenzielle Fahrgäste auf ihre Ankunft aufmerksam machen könnte. Künstliche Intelligenz (KI) gibt Sounddesignern zudem die Möglichkeit, noch mehr Klangoptionen zu erkunden und zu synthetisieren sowie diese schneller und präziser zu testen.
Wenn Sie mit technischen Herausforderungen konfrontiert sind, ist unser Team für Sie da. Mit unserer langjährigen Erfahrung und unserem Engagement für Innovation laden wir Sie ein, sich an uns zu wenden. Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um Ihre technischen Hindernisse in Chancen für Wachstum und Erfolg zu verwandeln. Kontaktieren Sie uns noch heute, um das Gespräch zu beginnen.